Was tun Logopäden?

Wie bekomme ich Logopädie?

Behandlungskosten

Lese-Rechtschreibtherapie
Behandlung von Lese-Rechtschreibschwächen nach § 35a KJHG

Bei Vorliegen einer Kostenzusage des Jugendamtes, aufgrund einer kinder- und jugendpsychiatrischen Stellungnahme, in der eine "seelische Behinderung bzw. eine drohende seelische Behinderung" eines Kindes nach § 35a bestätigt wird, kann ein Kind bei uns in der Praxis aufgenommen werden.

Eine Lese-Rechtschreibtherapie kann ebenfalls begonnen werden, wenn ein kinder- und jugendpsychiatrisches Gutachten vorliegt, das eine LRS bestätigt oder Eltern trotz schulischer Fördermaßnahmen ihre Kinder im Lesen- und Schreibenlernen gefährdet bzw. beeinträchtigt sehen. Dann wird mit den Eltern eine Behandlungsvereinbarung geschlossen und die Förderung kann auf Selbstzahlerbasis begonnen werden.

Behandelt werden Kinder und Jugendliche jeden Alters und jeder Klassenstufe, wenn die schulischen Fördermaßnahmen ausgeschöpft wurden, jedoch nicht ausreichend waren.

Neben der Verbesserung der Lese-Rechtschreibfähigkeiten ist das Ziel der Legasthenietherapie, dem Kind bzw. dem Jugendlichen Möglichkeiten aufzuzeigen, mit einer Schwäche zu leben, ohne dass es zu Einbrüchen in seinem Selbstwertsystem kommt. Oft kann ein mangelndes Selbstwertgefühl zu den bekannten kompensatorischen Handlungen, wie z. B. aggressive Verhaltensweisen, Zurückgezogenheit, Clownerie, psychosomatischen Reaktionen etc., führen. Das Ziel in der Elternarbeit ist, dass Eltern ihr Kind so akzeptieren können wie es ist, damit sie es in seiner Entwicklung optimal unterstützen können. Eltern treten häufig mit überhöhten Erwartungen an das Kind heran, um z. B. die eigenen Ängste, bezüglich der Zukunft ihres Kindes kompensieren zu können. Für das Kind geht es oft nur noch um Versagen, vermeiden, Angst und Blockierung, Misserfolgsorientierung etc. Diesen Kreis gilt es in der Lerntherapie zu unterbrechen.
Ein weiteres Ziel ist die Zusammenarbeit mit der Schule und dem Lehrer des Kindes, damit auch die Schule Verständnis für die Schwäche des Kindes entwickelt und es im Leistungsbereich optimal unterstützen kann.

Das Leistungsangebot bzw. –umfang beginnt mit einem Erstgespräch, in dem das Kind und die Eltern eine Vertrauensbasis zur Therapeutin bekommen sollen, was Grundlage für eine tragfähige Beziehung zwischen Kind und Therapeutin ist. Wichtig ist das Erstgespräch, um mögliche Ängste, Schulprobleme, das soziale Umfeld und Leistungsdefizite zu erfragen, um dadurch das Kind ganzheitlich betrachten zu können.

Um einen detaillierten Überblick über die Stärken und Schwächen zu bekommen, ist eine Förderdiagnostik in den nächsten 2-3 Sitzungen von großer Bedeutung. Durch standardisierte Testverfahren des Lesens und Schreibens und durch die Überprüfung der Basiskompetenzen, die für das Lesen- und Schreibenlernen eine Voraussetzung bilden, können die Defizite lokalisiert und eingegrenzt werden. Erst dann kann ein spezifischer Behandlungsplan erstellt werden.

Dazu werden folgende Inhalte in der Therapie angeboten:

          - Gezielte, systematisch aufeinander aufbauende Bearbeitung von "Problemfeldern" des             Rechtschreiblernens
          - Übungen zur visuellen und auditiven Wahrnehmung
          - Förderung der phonologischen Bewusstheit
          - Lesetraining
          - Einsatz bewährter und neuer Medien und Methoden
          - Regelmäßige Elterngespräche
          - Entwicklung von Strategien im Umgang mit LRS
          - Einzeltherapie

In Einzelsitzungen a 45 Minuten einmal pro Woche soll, je nach Leistungsschwerpunkt und abgestimmten Behandlungsplan, das Lesen und Schreiben individuell gefördert werden.
Am Ende einer LRS-Therapie wird immer noch ein kleines Abschlussspiel gespielt. Auch während dieser Phase können Kinder und Jugendliche z. B. lernen, sich an Regeln und Absprachen zu halten, wie wird mit Niederlagen, bzw. Gewinnsituationen umgegangen. Weiterhin dient das Abschlussspiel auch als Motivation in der Stunde konzentriert mit zu arbeiten.

Genauso entscheidend ist die Einbeziehung der Eltern in diesen Prozess. Die Eltern erhalten in der Regel einmal im Monat die Möglichkeit zu einem ausführlichen Gespräch. Regelmäßig finden die Abschlussgespräche nach jeder Förderstunde statt. In den Gesprächen werden Eltern auf der Elternebene angesprochen. Daher geht es um schulische Themen wie z. B. Hausaufgaben, Angst vor Diktaten, Platz in der Klassengemeinschaft, aber auch um Erziehungsfragen, Geschwisterrivalitäten, etc. Nicht zuletzt geht es auch um die Mütter selbst, die häufig sehr viel Unterstützung gebrauchen, um im Alltag ihren Kindern gelassener begegnen zu können.

Durch die regelmäßigen Abschlussgespräche sollen die Eltern in die Therapie miteinbezogen werden. Ihnen werden die Inhalte der jeweiligen Stunde mitgeteilt und ggf. Hausausgaben erläutert oder Anregungen für häusliches Üben gegeben.

" Eine Lese-Rechtschreibtherapie wird nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen und daher nicht vom Arzt verordnet.
Ein Antrag auf Kostenübernahme der Förderung (§35 a) kann beim Jugendamt gestellt werden. Gern erstellen wir Ihnen auch ein Angebot über eine Lese-Rechtschreibtherapie als Selbstzahler.